Die Bauerschaft Erlte

 

Geschichte

Die Bauerschaft Erlte kann auf ein sehr hohes Alter zurückblicken. Laut Aufzeichnungen im Oldenburger Urkundenbuch schenkten Graf Waltbert und seine Gattin Altburg der Kirche in Wildeshausen eine Reihe von Besitzungen. In der Gemeinde Visbek waren es folgende: In Farnthorpe = Varnhorn Everhund; in Esthitorpe = Astrup Tatto, Waddo; in Ivorithi = Erlte Tiodo, Uffo. (Urkunde vom 17. Oktober 872). Im 11. Jahrhundert hatte das Kloster Corvey aus der Diözese Osnabrück Einkünfte an Zehnten usw. Hier wird Erlte "Erelithe" genannt. 1545 wird Erlte "Erelte" genannt. 1808 findet man auf einer Karte den Namen "Erlete" und 1860 „Erlte“.

Durch die Goldmedaille im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ im Jahre 1975 wurde der Ort in ganz Deutschland bekannt.

Übergabe der Urkunde, auf der Grünen Woche, in Berlin 1976

Erlte liegt nördlich und südlich an der Straße Visbek-Schneiderkrug. Verkehrsmäßig wird die Bauerschaft Erlte erschlossen durch die Landesstraße 873 von Visbek nach Schneiderkrug und durch den Visbeker Damm – einem alten Heerweg – von Wildeshausen über Visbek nach Vechta. Der Ort ist landwirtschaftlich geprägt. Die meisten Betriebe haben sich in  den letzten Jahrzehnten spezialisiert. Es wird überwiegend Schweinehaltung betrieben, aber auch Rindviehhaltung und Mastgeflügelhaltung sind vorhanden.  Bei den Handwerksbetrieben bildet das Bauhandwerk einen Schwerpunkt.

Zahlreiche Wohnhaus neubauten in den letzten Jahren zeigen, dass Erlte ein attraktiver Ort ist. Die Erlter Vereine und die Dorfgemeinschaft bieten den Bewohnern das ganze Jahr über ein abwechslungsreiches Programm.

Wer mehr über Erlte und seine Bewohner erfahren möchte, dem sei das Buch "Unser schönes Dorf Erlte" empfohlen. Es bietet auf über 360 Seiten Informationen zur Geschichte, zu den Vereinen und zu den Häusern und ihren Bewohnern. Seit der großen Jubiläumsfeier im Jahre 2015 (1125 Jahre Erlte und 40 Jahre Golddorf) gibt es auch das Bildbuch ERLTE, "Unser Dorf in Bildern". Das Bildbuch kann bei der Dorfgemeinschaft erworben werden.

Eine Chronik entsteht

 

Das Jahr 2001 war in vielfacher Hinsicht ein wichtiges Jahr für das Dorf Erlte. Gleich drei Jubiläen wurden im Sommer gefeiert: 1111 Jahre Erlte, 25 Jahre Golddorf Erlte und das 50. Dorffest waren die herausragenden Ereignisse, die von einer langen Erlter Tradition zeugen.

Aber vielleicht das wichtigste und herausragendste Ereignis für das Dorf Erlte war die Herausgabe des Buches "Unser schönes Dorf Erlte". Mit diesem Buch wurde etwas geschaffen, was nicht nur für die jetzige Generation von großer Bedeutung ist. Die ldentifikation der Bewohner mit ihrem Dorf wurde durch die Darstellung der Häuser und Höfe sowie deren Bewohner und durch die Beschreibung von geschichtlichen und aktuellen Ereignissen erheblich vergrößert.

Es war ein lang gehegter Wunsch, das aktive Dorfleben in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg in irgendeiner Form festzuhalten. Zunächst war es nach der Errichtung der Erlter Grundschule im Jahre 1949 gute Tradition, dass der jeweilige Schulleiter die Ereignisse im Dorf in der Schulchronik mit aufnahm. Der Grund für diesen Umstand lag wohl darin, das die ersten Schulleiter Windeler und Pulsfort auch viele dörfliche Aktivitäten planten und durchführten. ln der Schulchronik sind daher bis in die siebziger Jahre hinein neben den schulischen auch dorfbezogene Ereignisse erwähnt.

ln der Folgezeit wurden von verschiedenen Personen des Ortsrates Bilder und Zeitungsartikel gesammelt, die über das Leben und die Ereignisse im Dorf berichteten. Vor allen Dingen aus der Zeit der Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" finden sich viele Erinnerungen aus dieser Zeit. Eine strukturierte Sammlung war jedoch nicht vorhanden. Wie berichtet wird, war es Bernhard Kühling, dem als Ortsratsmitglied die Erstellung einer Chronik für Erlte sehr am Herzen lag und der diese Aufgabe nach seiner Pensionierung in Angriff nehmen wollte. Sein früher Tod am 18.08.1988 verhinderte jedoch dieses Vorhaben.

Ein eher zufälliges Ereignis führte dann 1997 zu den ersten konkreten Ansätzen zur Erstellung eines Buches. Auf einer Ortsratssitzung schlug Albert Heckmann jun. vor, alle Häuser in Erlte zu fotografieren. Bereits 1975 waren im Rahmen der Dorfverschönerung alle Häuser in Erlte fotografiert worden. Der Gedanke war, die Fotos gegen überzustellen und die Veränderungen im Dorf zu dokumentieren. Die Fotos wurden von Georg Pundt erstellt und im Jahr 1998 dem Ortsrat vorgelegt. Nun stellte sich die Frage, in welcher Form man die Fotos präsentieren könnte und welche Daten der Bewohner überhaupt ergänzt werden sollten. Von da an war die Idee zur Erstellung eines kompletten Buches geboren. Sechs Mitglieder des Dorfrates bildeten das Chronik-Team: Josef Langfermann, Erwin Stubbe, Ludger Tönjes, Alfred Gerdes, Georg Pundt und Heinz-Georg Kühling arbeiteten alles in allem knapp zwei Jahre an der Erlter Chronik. 

Das Chronik-Team bei der offiziellen Übergabe des Buches "Unser schönes Dorf Erlte" in der Gemeinde Visbek.

Von links nach rechts: Georg Pundt, Alfred Gerdes, Reinhold Stuckenborg (stv. Gemeindedirektor), Erwin Stubbe, Josef Langfermann, Bürgermeister Fritz Middelbeck, Heinz-Georg Kühling und Ludger Tönjes

 

Im "Chronik-Büro" von Heinz-Georg Kühling wurden viele Abende verbracht. Es war nicht immer einfach, die verschiedenen Richtungen in eine Bahn zu lenken und viele Diskussionen und akribische Kleinarbeit war notwendig, um das Ziel zu erreichen. Die Harmonie im Chronik-Team war eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen des Vorhabens. Pünktlich zur 1111 -Jahr Feier im August 2001 konnte das Chronik-Team voller Stolz das Buch "Unser schönes Dorf Erlte" präsentieren. Mit einer Auflage von 1000 Büchern zu einem Stückpreis von 35,- DM hatte man sich ein hohes Verkaufs ziel gesetzt. Aber bereits Ende des Jahres 2001 waren nur noch 100 Exemplare übrig.

Mit der Wahl eines neuen Ortsrates am 26.11.2001 wurde das offizielle Amt des Chronisten im Erlter Dorfrat eingeführt. Diese Aufgabe übernahm das Chronik-Team Mitglied Ludger Tönjes. Aufbauend auf die Erlter Chronik werden von nun an das Erlter Dorfleben und besondere Ereignisse in Schrift und Bild festgehalten.

2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2008
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018 fehlt
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Die Vorgeschichte des Dorfrates

Die "Dorfgemeinschaft Erlte" - wo liegt das Geheimnis der Menschen aus diesem Ort, die in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder durch gemeinschaftliches Handeln wahre Meisterleistungen vollbracht haben?

Die Eigenleistungen beim Schulneubau 1949, dass wohl einzigartige Engagement der Erlter beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" mit dem Sieg im Bundeswettbewerb 1975, der Bau einer Schießsportanlage, eines Fußballplatzes sowie einer Tennisanlage mit standesgemäßem Umkleide- und Sanitärbereich sind Zeichen einer Solidarität, die in unserer Gesellschaft längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Aber nicht nur die großen Ereignisse fördern dieses Handeln. Der Erhalt dörflicher Tradition und Brauchtümer wie das Osterfeuer, der Laternenumzug, das Erntedankfest, der Feldbegang, die Altenbesuche zu Weihnachten, die Dorfmessen sowie Marien- und Wegekreuzandachten und vieles mehr, haben Anteil an dieser Entwicklung. Auch das Erlter Vereinsleben rund um den Schützenverein, den Sportverein sowie die Jagdgemeinschaft fördert das Miteinander im Dorf.

Zur Koordinierung der vielen Aktivitäten ist ein sogenannter "Dorfrat" tätig, der scherzhaft auch als "Rat der sieben Weisen" bezeichnet wird. Aus den "sieben Weisen" sind mit den Jahren insgesamt 13 Personen geworden. Der Ortsrat wurde Ende der sechziger Jahre von Bernhard Kühling ins Leben gerufen.

In den fünfziger Jahren wurden viele dörfliche Aktivitäten durch den Schulleiter der Erlter Schule, Franz Windeler, vorbereitet und durchgeführt. Nach seiner Pensionierung im Jahre 1959 wurden diese Aktivitäten eingestellt. Franz Windeler wurde am 19.06.1893 in Ambergen geboren und starb am 19.03.1972. Er machte sich sehr verdient um das Dorf Erlte.

Er war Mitbegründer des Schützenverbandes Tell und erhielt 1960 das St. Sebastianus-Ehrenkreuz mit Schulterband, die höchste Auszeichnung der Schützenbruderschaft. Im Jahre 1970 erhielt Franz Windeler das Bundesverdienstkreuz.

Bernhard Kühling erkannte die Wichtigkeit dörflicher Aktivitäten und war der Motor für die Gründung der "Dorfgemeinschaft Erlte". Von 1972 bis zum 26.11.2001 wurde der Ortsrat von Ortssprecher Josef Langfermann geleitet.

Im Laufe der zurückliegenden Jahrzehnte haben sich viele Erlter Bürger im Dorfrat engagiert wie z.B. Clemens Ideler, Doris Schillmöller, Klemens Stüve, Elisabeth Deeke, Hubert Gerdes, Bernd Kühling und Clemens Schillmöller.

Erstmals Wahl des Dorfrates 2001

Der Dorfrat war bis zum Jahre 2001 kein gewähltes Gremium.

Er setzte sich zusammen aus den Vorsitzenden der Erlter Vereine sowie sonstiger Personen, die der langjährige Ortssprecher Josef Langfermann während seiner Amtszeit für diese ehrenamtliche Tätigkeit motivieren konnte.

Durch die vielen Aktivitäten im Vorfeld der Feierlichkeiten im Jahre 2001 und der viel beachteten Arbeit an der Erlter Chronik, ergab sich im Dorf ein gesteigertes lnteresse an der Mitarbeit in diesem Gremium. Unter anderem fehlte es gänzlich an weiblichen Ortsratsmitgliedern. Diese Diskussion war in Erlte nicht neu; jedoch war nun die Zeit zum Handeln gekommen. Am 26.11.2001 wurde erstmalig in Erlte ein Dorfrat gewählt.

Gewählt wurden allerdings nur 7 Mitglieder des 13-köpfigen Rates in Person des Ortssprechers Erwin Stubbe, des Schriftführers Alfred Gerdes, des Chronisten Ludger Tönjes, des Kassierers Paul Heckmann sowie der Beisitzerinnen Marion Almes, Christa Brinkmann und lnge Luislampe. Weitere 6 Personen wurden Kraft ihres Amtes Mitglieder im Ortsrat: Bezirksvorsteher Georg Deeke, Ratsherr Werner Haas, Vertreter der SG Teutonia Erlte Bernd Vornhagen, Vertreter der Schützenkompanie Albert Heckmann,Vertreter der Wegegenossenschaft Georg Pundt sowie der Vertreter des Pfarrgemeinderates Arnold Zurhake.

Der Dorfrat wird seit 2001 alle 5 Jahre neu gewählt.
 

Aktueller Dorfrat seit 2016

Von links: Georg Deeke, Hiltrud v. Lehmden, Manfred Niemann, André Hüttemeyer, André Burhorst, Johannes Pundt, Andreas Kleine-Lamping, Paul Heckmann, Tobias Heckmann, Petra Zurhake, Herbert Schmunkamp, Fenna Tönjes-Arnke, Hubertus Tönnies

Es fehlen auf dem Bild: Uschi Tönjes und Jan-Bernd Hubbermann